Sozialtherapeutische Wohngruppe Schenefeld

Kurzbeschreibung einer Sozialtherapeutischen Wohngruppe in Hamburg:

Die Sozialtherapeutischen Wohngruppen sind ein Angebot der stationären Hilfe zur Erziehung. Es richtet sich überwiegend an junge Menschen, die Psychiatrieerfahrungen haben und/oder von psychiatrischen Störungen des Kindes- und Jugendalters betroffen sind oder die aus sonstigen Gründen einen erhöhten Betreuungsbedarf haben.

Das sozialtherapeutische Konzept ist tiefenpsychologisch ausgerichtet, d.h. wir gehen davon aus, dass Verhalten und Erleben jedes Menschen nicht nur durch sein Bewusstsein und seinen Willen, sondern auch durch einen ihm unbekannten, unbewussten und somit nicht ohne weiteres zugänglichen Bereich bestimmt werden.

Wichtigstes Ziel ist es, die in den Jugendlichen angelegten und bislang blockierten Fähigkeiten im emotionalen, kognitiven, sozialen und motorischen Bereich zu wecken und zu fördern.

Die Wohngruppen sind als Außenwohngruppen konzipiert und bieten 5 bzw. 6 koedukative Betreuungsplätze für Jugendliche ab 14 Jahren.
Die Arbeit findet in Einzelhäusern auf Hamburger Stadtgebiet bzw. in unmittelbarer Randlage statt.
Die Jugendlichen bewohnen Einzelzimmer.

Die Betreuung erfolgt nach einem Bezugsbetreuersystem, d.h. es übernehmen feste Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter die Verantwortung für den Hilfeprozess und die Organisation des Alltags.
Neben der Arbeit mit den Jugendlichen können bei Bedarf familientherapeutische Elterngespräche in Anspruch genommen werden.

Personelle Situation:

In den Sozialtherapeutischen Jugendwohngruppen arbeiten wir mit einem Betreuungsschlüssel von 1:1.

Als Fachkräfte sind Sozialpädagogen/innen, z.T. mit Zusatzausbildung sowie Diplompsychologinnen/en im Schichtdienst mit Nachtbereitschaften beschäftigt.
Zur Reflexion der beruflichen Praxis finden regelhaft Teambesprechungen und begleitende Supervision statt.

Die zuständige Bereichsleitung übt die Fachaufsicht aus und wirkt über regelmäßige persönliche Kontakte vor Ort beratend, unterstützend und regulierend an den Hilfeprozessen mit.

Rechtsgrundlagen:

Aufnahmen finden im Rahmen der jeweiligen Hilfeplanung gem. § 36 SGB VIII gemäß des Kinder- und Jugendhilfegesetzes nach Anfragen der zuständigen Jugendämter statt:
§§ 27/34, §§ 27/34 i. V. mit § 35a
§§ 41/34, §§ 41/34 i. V. mit § 35a

In Einzelfällen können auch Betreuungen gemäß §§ 53/54 SBG XII erfolgen. Hierzu werden Einzelvereinbarungen mit den Kostenträgern getroffen.

Zielgruppe / Indikation

Die Betreuung in einer Sozialtherapeutischen Wohngruppe ist angezeigt, wenn:

  • Jugendliche ab 14 Jahren von hochgradig belasteten Biografien, die u.a. zu frühen emotionalen Störungen und/oder zur Ausprägung psychischer Erkrankungen geführt haben, betroffen sind
  • Nach einem Aufenthalt in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Anschlussmaßnahme der Jugendhilfe erfolgen muss

Die Maßnahme ist nicht geeignet, wenn eine manifeste Suchterkrankung vorliegt.

Grundleistungen

  • Soziales Lernen innerhalb einer Gemeinschaft
  • Entwicklung der Interaktionskompetenz
  • Förderung der persönlichen, schulischen und beruflichen Entwicklung
  • Bewältigung spezifischer Krisen
  • Erlernen von Coping-Strategien im Umgang mit individuellen Konflikten
  • Förderung einer realistischen Einschätzung der eigenen Person und der Umwelt
  • Aufdeckung und Vermittlung von Einsicht in die pathogene Beziehungsdynamik und den daraus resultierenden (unbewussten) Konflikten.
  • Anleitung zur Alltagsbewältigung
  • Schrittweise Entwicklung der Eigen- und Selbständigkeit(Stehen der Verselbständigung gravierende Gründe entgegen, so wird mit dem einzelnen Jugendlichen auf weiterführende Betreuungsmöglichkeiten hingearbeitet.)
  • Sicherstellung der alltäglichen Versorgung über einen eigenen Etat
  • Aufsicht
  • Integration in das soziale Umfeld
  • Kooperation mit den zuständigen Jugendämtern, Schulen/Ausbildungsstellen, ambulanten Therapeuten/innen sowie den Kliniken der Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Eltern- und Familienarbeit
  • Psychologische Diagnostik
  • Entwicklungsdokumentation, Hilfe- und Betreuungsplanung, Erstellung von Berichten zur Hilfeplanung

Kontakt über Bereichsleitung:

Karen Meyer
Bereich Hamburg-West, Schleswig-Holstein
Tel. 040/41352216
Fax 040/41352219
karen.meyer@diakoniewerk-jerusalem.de