Familienanaloge Wohngruppen

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Kurzbeschreibung der Familienanalogen Wohngruppe

Eine Familienanaloge Wohngruppe ist eine Form stationärer Hilfe zur Erziehung.
Sie ist gekennzeichnet durch das kontinuierliche Zusammenleben von pädagogischen Fachkräften mit den betreuten Kindern oder Jugendlichen in einem familienähnlichen Rahmen ohne Schichtdienst.
Ein weiteres Merkmal ist die Einheit von Wohnort und Arbeitsort eines Teils der betreuenden Mitarbeiter/innen.
Für die dort lebenden Kinder bzw. Jugendlichen ist die Familienanaloge Wohngruppe ein Leben wie in einer „Familie auf Zeit“. Hierbei sind oftmals auch die eigenen (Groß-)Familien der Fachkräfte einbezogen.
Je nach individueller Hilfeplanung gibt es dazu Kontakte und Besuche zwischen den betreuten jungen Menschen und ihren leiblichen Familien.
In den Familienanalogen Wohngruppen leben zwischen zwei und vier Betreute (im Einzelfall auch fünf).
Die Familienanalogen Wohngruppen befinden sich in Hamburger Wohngebieten mit guter Erreichbarkeit von Schulen, Freizeiteinrichtungen und öffentlichem Nahverkehr.

Zum Selbstverständnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Familienanalogen Wohngruppen gehört

  • die Bereitschaft, sich auf ein längerfristig angelegtes Betreuungsmodell einzulassen
  • die Akzeptanz, für den Zeitraum der Betreuung umfassende Verantwortung für die anvertrauten jungen Menschen übernommen zu haben
  • und der Ansatz, Alltagsprobleme und erzieherische Anforderungen mit Unterstützung des Diakoniewerkes Jerusalem angemessen bewältigen zu wollen.

Personelle Situation:

In den Familienanalogen Wohnformen arbeiten ausgebildete Erzieher/innen und/oder Sozialpädagogen/innen nach einem Betreuungsschlüssel von 1:2,15.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in die Strukturen des Diakoniewerkes Jerusalem eingegliedert.
Sie nehmen regelhaft an Teambesprechungen und internen wie externen Fortbildungen teil.
Die zuständigen Bereichsleitungen üben die Fachaufsicht aus und wirken über regelmäßige persönliche Kontakte vor Ort beratend, unterstützend und regulierend an den Hilfeprozessen mit.
Im Bedarfsfall stehen sie auch als Ansprechpartnerinnen für Betreute und deren Familien zur Verfügung.

Rechtsgrundlagen:

Aufnahmen finden nach Anfragen der zuständigen Jugendämter im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes – SGB VIII – nach folgenden Rechtsgrundlagen statt:

  • §§ 27/34 SGB VIII, §§ 27/34 i.V. § 35a SGB VIII
  • §§ 41/34 SGB VIII

In Einzelfällen können auch Vereinbarungen mit Kostenträgern für Hilfen gem. §§ 53/54 SGB XII getroffen werden.

Zielgruppe:

In unseren Hamburger Familienanalogen Wohngruppen leben Kinder bzw. Jugendliche ab 6 Jahren.
Die Betreuung in einer Familienanalogen Wohngruppe ist geeignet und angezeigt für Kinder bzw. Jugendliche

  • für die ein professioneller Rahmen mit verlässlichen, überschaubaren, kontinuierlichen und familiären Beziehungen förderlich ist
  • mit einem Bedürfnis nach Nähe, Zuwendung und Nachbeelterung
  • mit einem längerfristigen Betreuungsbedarf, während dessen Kontakte zur Herkunftsfamilie gehalten und gefördert werden sollen
  • denen stabile Beziehungserfahrungen oder familiäre Bezüge in ihren Herkunftsfamilien fehlen
  • die aufgrund kognitiver Einschränkungen und/oder seelischer Beeinträchtigungen stabiles und klares Beziehungsgefüge benötigen und aushalten können

Die Maßnahme ist nicht geeignet, wenn

  • Kinder bzw. Jugendliche aufgrund ihrer Lebenserfahrung nicht in einer Familie leben wollen
  • Kinder oder Jugendliche wegen erheblicher Beziehungsstörungen ein enges, familienähnliches Betreuungssetting nicht aushalten können
  • Eltern/Elternteile die Betreuung ihres Kindes in einer „Familie“ grundsätzlich als Konkurrenz erleben und das Kind in einen dauerhaften Loyalitätskonflikt geraten würde

Grundleistungen:

  • Notwendige Aufsicht, Betreuung und Pflege, Teilhabe an einem familiären Leben
  • Sicherstellung der alltäglichen Versorgung über eigenen Etat
  • Sozial-emotionale Förderung und Anregung zur Persönlichkeitsentwicklung
  • Kontaktpflege und –gestaltung zur Herkunftsfamilie
  • Schulische bzw. berufliche Förderung, Gewährleistung von regelmäßigem Schulbesuch
  • Förderung vorhandener Ressourcen der jungen Menschen
  • Förderung von Sozialkompetenzen zur angemessenen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Aktive Freizeitgestaltung, gemeinsame Urlaubsfahrten
  • Integration in das Soziale Umfeld (Nachbarschaft, sportliche Aktivitäten, Freizeit)
  • Einüben lebenspraktischer Fähigkeiten zur gelingenden Alltagsbewältigung
  • Religionspädagogische Angebote und Auseinandersetzung mit Werte- und Glaubensfragen
  • Entwicklungsdokumentationen, Erziehungsplanung und Erstellung von Tischvorlagen zur Hilfeplanung
  • Vorbereitungen auf die Zeit nach der Hilfemaßnahme

Zielsetzungen:

  • Aufbau und Stärkung der personalen und sozial-emotionalen Kompetenz der Kinder bzw. Jugendlichen
  • Aufbau und Verbesserung der Lern- und Entwicklungschancen
  • Berücksichtigung der jeweiligen Biografie mit den daraus resultierenden Möglichkeiten und Grenzen, Entwicklung realistischer Lebensperspektiven
  • Individuelle Förderung und Entwicklung vor dem Hintergrund eines Verständnisses der Lebensgeschichte und den individuellen Ressourcen eines Kindes
  • Klärung und Entwicklung der Beziehung zur Herkunftsfamilie, Kontakterhalt und –pflege soweit wie möglich und förderlich
  • nach Möglichkeit Rückkehr in die leibliche Familie oder Verselbständigung in eigenen Wohnraum

Kontakt über Bereichsleitung:

Karen Meyer
Bereich Hamburg-West, Schleswig-Holstein
Tel. 040/41352216
Fax 040/41352219
karen.meyer@diakoniewerk-jerusalem.de